Donnerstag, 29. August 2024

DKB - Das Kann Bank!



Die DKB entwickelt seit schon geraumer Zeit an einem neuen Banking und an einer neuen App, und endlich scheint die Zielgrade nahe. Dafür war man als Kunde auch mal dem Nervenzusammenbruch nahe, wenn mal wieder nichts funktionierte oder auch Daueraufträge und Überweisungen nicht ausgeführt wurden.

Hilfe, eine Beta. Nachdem die dann leider doch automatisch installiert wurde, ging beim Banking gar nichts mehr. So wurde offenbar schon das Abschalten der alten Banking App erprobt. Aber nicht nur für Beta-User, sondern ganz allgemein für alle. 😳
Hilfe, mein Konto ist leer. Das könnte natürlich der Grund sein, warum Überweisungen und Daueraufträge nicht ausgeführt wurden. 😱 Aber dafür kann ich jetzt 500 Euro gewinnen. Frage ist nur, wie 😯
Ah, doch nur ein "internal server error." Vielleicht ist das Geld ja doch nicht futsch. Dass "something went wrong" zutrifft, lässt sich unschwer erkennen 😂 Und die 500 Euro sind auch noch nicht weg. 😁
Schnarch - da ist man glatt eingeschlafen, bis die Banking App geladen ist - falls sie jemals damit fertig wurde. 😴

Oh. Eine Baustelle. Wertpapiere können nur mit Umleitung und auch bestenfalls mit Tempo 30 gehandelt werden.🚧🚧🚧










Das soll jetzt endlich funktionieren? Scheint nicht so. Selbst einfachste Wertpapiere sind unauffindbar. 😳
Oh, mal wieder die nächste Runde "Login nicht möglich". Aber das Banking hat zwischenzeitlich gelernt, Deutsch mit dem Kunden zu sprechen 😂 Aber ob der Vorschlag zur Abhilfe zeitnah funktioniert? 😁
Es wird ernst. Das alte Banking wird tatsächlich abgeschaltet, bevor das neue Banking fertig ist. Hätte ich früher so gearbeitet, hätte mir mein Chef wohl zu Recht die Leviten gelesen. Mal schauen, was dann alles mit dem dann nur noch verfügbaren neuen Banking nicht funktioniert. 🙈


Jaja, die Suche nach wichtigen Dokumenten - wo sind sie denn nun? Immer wieder spannend - da stellt sich vor allem die Frage, im Wertpapier-Bereich: Finde ich das Dokument rechtzeitig, bevor die Frist abgelaufen ist? 😉

Fazit:


Zum Glück läuft inzwischen fast alles wieder normal. Die Kunden, die das ohne "Herzkasper" oder Nervenzusammenbruch überlebt haben, werden sich freuen. 😅

Dieser Rückblick dient der allgemeinen Erheiterung und auch als Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Selbst wenn zeitliche oder finanzielle Ressourcen drängen, macht es Sinn, so etwas in geordneten Bahnen und nicht nach dem Prinzip "Beim Kunden reifen lassen" umzustellen.

Mittwoch, 3. Juli 2024

Dividende steuerfrei?

Bei manchen Unternehmen staunt man nicht schlecht, wenn man die Abrechnung der Dividende liest. "Steuerfreie Leistung aus dem steuerlichen Einlagekonto § 27 KStG". Die Dividende scheint wirklich steuerfrei zu sein, denn weder der Freistellungsauftrag noch der ggf. gefüllte allgemeine Verlusttopf wird verändert, und es werden auch keine Steuern abgezogen. Das trifft z.B. auf die Dividende der Deutschen Telekom zu, aber auch auf freenet. Aber ist die Dividende wirklich wirklich steuerfrei?

Gestundet

Beim Verkauf der Aktien wird die Steuer dann doch fällig. Das kann dann in erheblich Maße zu einer Steuerbelastung führen. Rechnerisch wird der steuerliche Einstandspreis bei jeder Zahlung einer steuerfreien Dividende um den Dividenden-Betrag angepasst und kann sogar negativ werden. Damit wird klar: Die Steuer ist nur gestundet bis zum Verkauf der entsprechenden Aktien. Bei den Brokern wird das in der Depot-Übersicht nicht immer transparent angezeigt. Bei einem Depot-Übertrag erhält man jedoch einen Beleg, auf dem vermerkt ist, welche steuerlichen Anschaffungskosten zugrunde liegen. Das ist dann der angepasste Betrag, wie im folgenden Beispiel erläutert.

Rechenbeispiel

Die freenet-Aktie, gekauft im Sommer 2014 (nach der Dividende) für 19,00€:

  1. Dividende 2015: 1,50€ - neuer steuerlicher Einstandskurs: 17,50€
  2. Dividende 2016: 1,55€ - neuer steuerlicher Einstandskurs: 15,95€
  3. Dividende 2017: 1,60€ - neuer steuerlicher Einstandskurs: 14,35€
  4. Dividende 2018: 1,65€ - neuer steuerlicher Einstandskurs: 12,70€
  5. Dividende 2019: 1,65€ - neuer steuerlicher Einstandskurs: 11,05€
  6. Dividende 2020: 0,04€ - neuer steuerlicher Einstandskurs: 11,01€
  7. Dividende 2021: 1,65€ - neuer steuerlicher Einstandskurs:   9,36€
  8. Dividende 2022: 1,57€ - neuer steuerlicher Einstandskurs:   7,79€
  9. Dividende 2023: 1,68€ - neuer steuerlicher Einstandskurs:   6,11€
  10. Dividende 2024: 1,77€ - neuer steuerlicher Einstandskurs:   4,34€

Man sieht deutlich, dass nach rund zehn Jahren bei diesem Dividenden-starken Wert der steuerliche Einstandskurs auf weniger als ein Viertel des ursprünglichen Einkaufskurses abgeschmolzen ist.

Disclaimer:

Der hier geschilderte steuerliche Sachverhalt gilt für Menschen, die in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sind. Lagern die betreffenden Aktien in einem Depot außerhalb Deutschlands, oder ist man nur beschränkt steuerpflichtig, so gelten ggf. andere Regeln. Dieser Artikel beinhaltet auch keine Steuerberatung und ich biete eine solche auch nicht an. Er schildert nur einen Sachverhalt, der häufig Anlegern nicht bekannt ist.

Freitag, 14. Juni 2024

Kommt auf keinen grünen Zweig

Exotische Optionsscheine zeichnen sich im Gegensatz zu klassischen Optionsscheinen dadurch aus, dass sie keinen Basispreis, aber dafür ein oder zwei KO-Schwellen haben, die genauso funktionieren, wie die knockout-Schwellen bei klassischen Turbo-Optionsscheinen und deren Varianten. Insbesondere darf diese Schwelle - oder beide Schwellen - nicht erreicht werden, ansonsten verfällt ein solcher Schein wertlos. Exotische Optionsscheine haben dafür immer eine begrenzte Laufzeit und so lange in dieser Laufzeit keine Schwelle erreicht wurde, erfolgt die Auszahlung eines zuvor festgelegten Betrages.

Natürlich gibt es auch Hit-Optionsscheine unter den "Exoten", bei denen eine  Auszahlung nur genau dann erfolgt, wenn eine genannte Schwelle während der Laufzeit erreicht wird, aber diese Variante soll im Folgenden nicht weiter betrachtet werden.

Begrenzter Gewinn

Exotische Optionsscheine zeichnen sich damit durch eine begrenzte Gewinnmöglichkeit aus - der Festbetrag ist im voraus bekannt und der Einkaufs-Kurs ist für den potentiellen Gewinn sehr entscheidend. Beim Erwerb solcher Scheine fallen jedoch erhebliche Nebenkosten an, denn die Spreads, also die Differenz zwischen Ankaufskurs und Verkaufskurs, liegen in der Regel zwischen 1,5% und 5% und fallen zusätzlich zu einer ggf. noch zu zahlenden Provision für die Bank oder den Broker an.

Interessant sind solche Scheine, weil man damit auch an einer Seitwärtsbewegung des zugrunde liegenden Basiswertes verdienen kann. Dieser darf allerdings während der Laufzeit keine der bekannt gegebenen Schwellen erreichen. Der mögliche Kursgewinn hängt stark von der Volatilität des Basiswertes ab und liegt nur bei volatilen Werten in einem interessanten Bereich. Allerdings steigt bei volatilen Werten auch das Risiko, dass eine der Schwellen erreicht wird.

100% p.a. Gewinn?

Für einige Emittenten sind exotische Optionscheine ein lukratives Geschäft, wenn auch vielleicht ein wenig in der Nische. In einem wöchentliches Newsletter eines Emittenten werden tolle Renditen beschrieben, die - auf das Jahr hoch gerechnet - über 100% betragen können. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus?

In einem Musterdepot wurden in den vergangenen gut zwölf Monaten, seit Mai 2023, alle exotischen Optionsscheine aus der wöchentlichen Empfehlung gekauft. Sofern der Kurs des Scheins während der Laufzeit am maximalen Auszahlungsbetrag angekommen war, wurden die Scheine wieder verkauft, wobei der Spread berücksichtigt wurde. Eine Provision für Bank oder Broker wurde hingegen nicht berücksichtigt; hier wird davon ausgegangen, dass eine solche Order über einen Neo-Broker erfolgte, der dies ohne weitere Kosten für den Kunden anbietet. Im Falle eines knockouts, also dem Erreichen einer der Schwellen, wird der Schein wertlos bzw. mit einem Restwert von 0,1 ct. ausgebucht.

Aus 250€ wurden 194,80€ 🙈 📉

Das Ergebnis ist ernüchternd, weil deutlich negativ. In ruhigen Börsenphasen vermag die Strategie zeitweise durchaus Gewinn zu erzielen, so auch zuletzt im April und Mai 2024. Doch sobald die Aktienbörsen bzw. die zugrunde liegenden Werte auch nur Anzeichen von Stress zeigen, sinkt die Performancekurve ab. Das führte dazu, dass von 46 Verkäufen insgesamt zwar 34 erfolgreich waren (Trefferquote 74%), aber durch die 12 Totalverluste (26%) die Performance ins Minus gedrückt wurde (Stand: 14.06.2024). Das liegt vor allem daran, dass der durchschnittliche Verlust deutlich höher ist, als der mögliche Gewinn - in einem solchen Fall hilft auch die hervorragende Trefferquote von 74% nicht mehr weiter.

Stopp? Meist zu eng an der Schwelle

Zwar wird im Newsletter fast immer ein Stopp des zugrunde liegenden Basiswertes genannt, zu dem man aussteigen sollte, aber dieser liegt in der Regel schon so nahe an der Schwelle, dass ein Ausstieg häufig nicht mehr geordnet möglich ist, was auch daran liegen kann, dass der Emittent in solchen Fällen bereits den Handel eingestellt oder eingeschränkt hat und dann nur noch einen symbolischen Kurs stellt.

Aktien mit hoher Volatilität ausgewählt

Natürlich werden als Basiswerte für den wöchentlichen Newsletter nur die volatilsten Werte genommen, denn man muss ja mit hohen Performance-Zahlen werben. Auch impliziert der Newsletter ein Klumpenrisiko, weil Basiswerte mehrfach verwendet werden, sich ein exotischer Optionsschein noch innerhalb der Laufzeit befindet, während bereits ein weiterer des gleichen Basiswertes vorgestellt wird. Auf diese Weise gab es am 8. März 2024 ein AHA!-Erlebnis: Die Aktie von HelloFresh stürzte an diesem Tag um 40% ab, wodurch bei gleich zwei Scheinen die Schwelle riss, ohne eine Chance, die Papiere noch mit einem Restwert zu verkaufen. Am 14. Juni 2024 erwischte es dann gleich zwei Scheine auf Nvidia, die beiden die gleiche obere Schwelle von 130$ hatten. Auch hier war ein rechtzeitiger Ausstieg kaum noch möglich.

Als Fazit lässt sich festhalten:

  1. Man sollte auf die Kosten (auch den Spread) der Derivate achten, die man handelt.
  2. Man sollte immer das Verhältnis zwischen Chance und Risiko im Blick behalten.
  3. Keine Strategien handeln, die nicht funktionieren, wie die vorliegende.
  4. Man sollte den Empfehlungen eines Newsletter nicht blind folgen.


Nicht von den "tollen" Performance Zahlen in Newslettern blenden lassen. Denn diese beinhalten auch immer ein rhebliches Risiko. Die Realität sieht damit oftmals anders aus. Um so etwas zu zeigen und (angehenden) Tradern näher zu bringen, dazu dient dieser vorliegende Artikel, in dessen Recherche ich gern ein klein wenig Aufwand gesteckt habe.

Dienstag, 30. April 2024

Die neue Neo-Broker Derivate-Matrix

Nicht jeder Derivate-Emittent ist bei jedem Neo-Broker angebunden. Während man bei den klassischen Online-Brokern in der Regel mit nahezu jedem Emittenten handeln kann, ist das bei den Neo-Brokern keineswegs so.

So versuchen die Neo-Broker aktuell, den Kunden den Handel mit mindestens drei Emittenten von Derivaten zu ermöglichen.

Die Citi ist raus!

Etwas Verwirrung gab es dabei beim Neo Broker Trade Republic: Der Handel mit Derivaten der Citibank war auf einem Mal nicht mehr möglich. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Citi das Geschäft mit Derivaten in Deutschland komlett einstellen wird. Doch flugs hatte Trade Republic wieder eine dritten Emittenten für den Handel mit Derivaten: die UBS. Wenn doch einmal mit genau diesem Engagement weitere wichtige Emittenten angeschlossen würden - aber das scheint bei Trade Republic nicht gewünscht zu sein.

Beim Smartbroker steht die Citi sogar noch offiziell als Handelspartner drin. Allerdings bietet der Smart Broker Plus, inzwischen über die Baader Bank realisiert, neben den vier kostenlosen Handelspartnern für Derivate auch den Handel über die meisten weiteren Handelspartner an, wofür allerdings dann Gebühren anfallen.

Mindermengen-Zuschlag

Bei finanzen.net zero wurde die Anzahl der Handelspartner zuletzt ausgebaut. Damit stehen inzwischen sechs Handelpartner zur Verfügung, was, abgesehen von den Neo-Brokern, die auch das volle Sortiment anbieten, Spitze ist. Dafür gibt es bei finanzen.net zero auch einen Pferdefuß: Es fällt bei Derivaten ein Mindermengen-Zuschlag in Höhe von einem Euro an, allerdings nicht, wie sonst üblich, für Beträge unter 500 Euro, sondern bei einer Order unter 500 Stück.

Bei Scalable Capital sind es hingegen nur drei Handelspartner. Da diese eine Teilmenge der sechs von finanzen.net zero sind, kann man ggf. auf Scalable Capital verzichten. Allerdings hat man bei Scalable die Möglichkeit, mit einer vorab bezahlten Pauschale im Broker Prime oder Prime Plus die Derivate ab einen Betrag von 250€ ohne Ordergebühr zu handeln. Das ermöglicht auch kleine Positionen oder gar "Kamikaze-Trades". Ansonsten - im "Free Broker" oder unter 250 Euro - fällt eine Gebühr von 0,99 Euro pro Trade an

Höher liegt der Mindermengen-Zuschlag nur bei Traders Place mit drei Euro, allerdings nur, wenn das Ordervolumen unter 500 Euro liegt. Ansonsten hat Traders Place einige andere Emittenten wie die Societe Generale und BNP Paribas als Partner ausgewählt, insgesamt fünf, über die man - abgesehen vom Mindermengen-Zuschlag - ohne weitere Kosten handeln kann. Da Trades Place auch ein Vollsortiment anbietet, ist hier der Handel über weitere Emittenten gegen weitere Gebühr möglich.

Insgesamt geht da also noch etwas - es liegt letzten Ende an den Neo-Brokern und sicher auch, welche Wünsche dessen Kunden haben.



Mittwoch, 27. Dezember 2023

8% Zinsen? Lesen Sie auch das Kleingedruckte!

"Erhalte 8% Zinsen" - die werden mir versprochen, wenn ich meine Freunde einlade, zum Broker Trade Republic. Und nicht nur für mich, sondern auch für den Freund, den ich einlade. 8% - okay, lesen wir mal weiter.

Doppelter Zins nur im Januar

"8% p.a. Zinsen im Januar" - okay, das sind dann 0,67% Wertzuwachs auf das verzinste Kapital, ein guter Start ins Jahr 2024, aber im Anschluss gelten wieder die Standard-Konditionen mit 4% p.a. Aber immerhin, der Geworbene bekommt auch die 8% im Januar.

Und was ist, wenn ich gleich zwei oder drei Freunde überzeuge? Schließlich soll ich "Freunde" einladen, also Plural. Aber davon kein Wort - es wird wahrscheinlich auch dann bei 8% im Januar bleiben.

Aber dabei schnell sein, denn dieses Angebot, Kunde zu werden, und 8% p.a. zu kassieren, gilt nur bis Jahresende, und die erste Investition muss spätestens drei Wochen danach erfolgt sein.

Erst nach dem Einloggen in der App kann man nachlesen, dass der doppelte Zins nur bis zu einem Betrag von 10.000€ gilt. Also ein Extra-Zins von rund 33€ bei voller Ausschöpfung des Betrages.

Fazit

Liest sich zwar gut, auf dem ersten Blick, lohnt aber nicht wirklich. Der Neukunde bekommt Zinsen erst ab dem Zeitpunkt, wenn das Geld bei Trade Republic angekommen ist. Für den Bestandskunden ist es ein kleines Bonbon - aber, seien wir mal ehrlich - ein vernüftiger Trade, mit System, der aufgeht, und man hat mehr Geld verdient. 😇😎